Definitionen
Um Systeme, in denen wir leben, in ihrer Komplexität
allgemein hinreichend und zutreffend beschreiben zu können,
bedarf es einer Berücksichtigung von "n" (unbestimmt
vielen) Parametern.
Die Definitionen, Bedeutungen und Deutungen der Begriffe
System oder systemisch sind aus den Welten bekannter Wissenschaftsdisziplinen
in die Welt des systemischen Coaching nicht übertragbar
und / oder anwendbar.
Die Wissenschaften, insbesondere die Soziologie, betrachten,
analysieren und deuten ganze Systeme. Systeme in ihrer Gänze
haben auch in diesen Wissenschaftsdisziplinen "n"
Merkmale = offene Systeme, dynamisches Interagieren der Systemmerkmale
oder der Beteiligten bei Verhalten und Entscheidungen oder
auch durch den Charakter der Irrationalität. Es sind
sozusagen Wesensmerkmale von Systemen (im Sinne dieser Wissenschaftsdisziplinen).
Insofern sind Erkenntnisse über diese System-Welten
immer Einzelfall übergreifend abstrakt. Die daraus abgeleiteten
Erkenntnisse lassen daher die Individualität der Einzelsituation
im Coaching nicht zu.
Systemisches Coaching hat als Betrachtungs- und Deutungsbezug
immer die Einzelfallsituation des Coachee, seiner Person und
seiner Veränderungsthematik. Daher akzeptiert und bearbeitet
systemisches Coaching grundsätzlich individuelle Anforderungen
und Deutungen der thematischen Bezüge eines Menschen
unter dem Aspekt des Konstruktivismus (gefühlte Objektivität
des Subjekts).
Die Systeme des Coachee sind komplexitätsreduzierte
Erklärungen seiner Bezugswahrnehmung (Kontext).
Konkrete Wahrnehmungen und deren Beschreibungen von Bezügen,
Kontexten oder Systemen sind nur mit endlichen Parametern
in ihrer konkreten Handlungswelt möglich. Insofern sind
die Systeme des Coachee überschaubar (n-1).
"Systemisch" im Coaching bedeutet die Akzeptanz
der nicht wiederholbaren Einzigartigkeit von Person, der thematischer
Ausprägung und den damit verbundenen dynamischen Interaktionen
und Integrationen in Kontexten.
Beeinflussende Parameter im Kontext
und zwischen Kontexten (= systemisch):
- Geltende Werte und Normen
- Akzeptierte Werte und Normen
- Motive und Bedürfnisse
- Abhängigkeiten
- Interaktionen zwischen Menschen und zwischen Kontexten
- Deutungen, Bedeutungen und Bedeutungszusammenhänge
- Zeit
- Komplexität der Parameter
- Feedback-Systematiken
|