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Methodische Forderungen an den Coach und an Coaching

1. Praxisorientierung
Um im Alltag bestehen zu können, muss die Ausbildung von Coachs praxisorientiert sein. Typische Coachingthemen, typische Coachingsituationen, typische Coachingkontexte, typische Coachingbeteiligte, typische Coachingverläufe in der Privat- und Berufswelt sind Inhalt und Gegenstand einer Coachausbildung.

2. Pragmatisch
Die Entwicklung der Kompetenzen eines Coach orientierten sich am Pragmatismus: Das didaktisch-methodische Vorgehen eines Coachausbilders innerhalb einer Coachausbildung orientiert sich neben dem Konstruktivismus auch am praktischen Nutzen für den Coachee. Reflektierte, erlebte Coachingerfahrung im Arbeitsalltag gekoppelt mit analytischem und erprobtem Vorgehen ermöglichen wirksame Ergebnisse im Coaching.
Gleichzeitig bedeutet es den Verzicht auf konstruierte Fallbeispiele und Rollenspiele, da eine individuelle, emotionale Bindung der Teilnehmer hier nicht hergestellt werden kann und somit kein Nutzen für die Kompetenzentwicklung für ihn ableitbar ist.
Rollenspiele "entfernen" den Lernenden von seiner Identität.

3. Abgrenzung
Als eigenständiges Erklärungssystem von Coaching grenzt sich die Hamburger Schule bewusst von anderen Erklärungssystemen von Coaching ab. Das bedeutet auch das bewusste Verwenden und das bewusste Ausgrenzen von Begriffen, die nicht der Axiomatik der Hamburger Schule entsprechen.

Begriffsdefinitionen die in einem alltagsprachlichen Verwendungsverständnis dieser Begriffe zu "Irritationen" führen, werden im Sinne eines Lehrdogmas nicht verwendet. Dazu zählen insbesondere die Begriffe: Rat, Ratschlag, raten, Beratung, beraten, vermitteln, Tipps, Rolle, Rolle ausfüllen, Rolle einnehmen und vergleichbare, lösungvorweg-nehmende (Lösung antizipierende) Formulierungen.
Begriffe aus der Methodik bestehender Ausbildungen wie z.B. TA und NLP werden im Sprachgebrau der Hamburger Schule nicht verwandt bzw. sollen, um "Übertragungen" auszuschließen, nicht verwandt werden.

4. Vermittlung
Das Verwenden und Anbieten von thematischem Struktur- oder Orientierungswissen ist kein Training oder keine Ausbildung im Sinne von situativer Lösungskompetenz.

5. Nachhaltige Selbstlernkompetenz
Durch den Coachingprozess kann der Coachee in Kongruenz zu seinem Veränderungsziel selbstständig Veränderungen initiieren und sein Verhalten durch Selbstreflexion auch in sich wandelnden Kontexten in der Zukunft stabilisieren.


 
  © 2005- 2009 Dr. R. Meier / A. Janßen