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Ethik der Hamburger Schule
Die Ethik setzt Normen für das Verhalten eines Coaches,
der im Sinne der Hamburger Schule handelt.
Verhaltensgrundsätze im Sinne dieser Ethik reflektieren
die Tätigkeit des Coachs und des Coachens. Dabei berücksichtigen
sie insbesondere die Interessen der zu coachenden Person im
Kontext von Coaching.
Ein Coach versteht sich als Dienstleister.
Ein Coach respektiert den Wert und die Würde eines jeden
Menschen sowie dessen Persönlichkeitsrechte, insbesondere
sein Recht auf Selbstbestimmung. Er übt verantwortungsbewusst
seine Tätigkeit aus und respektiert andere Coachs in
ihrer Individualität.
Ein Coach wendet weder Techniken von L. Ron Hubbard an, noch
andere manipulative Techniken, noch ist er Mitglied einer
Organisation, die der freiheitlich-demokratischen Grundordnung
entgegensteht oder sie in Frage stellt.
Ein Coach führt Coachings nur dann durch, wenn der Grundsatz
der Freiwilligkeit gegeben ist. Im engeren Sinne heißt
das, dass mit Beginn eines Coachings der Coachee selbst entscheidet,
welche für das Coaching bedeutsamen Themen bearbeitet
werden sollen und welche Informationen er offen legen möchte.
Der Coach respektiert das.
Ein Coach klärt die zu coachende Person rechtzeitig und
wertschätzend auf, wenn eine andere Form der Unterstützung
im Sinne des zu bearbeitenden Veränderungsthemas geeigneter
ist.
Ein Coach ist unvoreingenommen gegenüber seinem Coachee
als Person und dessen thematischen Kontext. In diesem Sinne
akzeptiert er, dass sein Klient / Coachee das Recht auf eine
eigene Sicht und Deutung seiner Welt hat.
Ein Coach ist grundsätzlich loyal gegenüber den
betriebswirtschaftlichen Interessen, dem rechtlichen Rahmen,
der Ziele und Strategien sowie der vorhandenen Wertekultur
eines Unternehmens für das er tätig ist.
Ein Coach ist unabhängig und unparteilich. Er prüft
sich vor, während und nach einem Coaching, ob seine Tätigkeit
einem Interessenkonflikt durch Überlagerung eigener Motive,
Werte, Bedürfnisse unterliegt und leitet ggf. Veränderungen
ein. Eine geeignete Maßnahme zur Überprüfung
ist die Supervision.
Ein Coach richtet sein Verhalten am Wert “Nachhaltigkeit”
aus. Nachhaltig heißt: Der Coachee kann sein Veränderungsverhalten
selber initiieren, reflektieren und bewerten und es dadurch
stabilisieren (nachhaltige Selbstlernkonzeption).
Ein Coach akzeptiert, dass sein Coachee die für eine
Veränderung benötigten Ressourcen in sich trägt.
Als Coach stellt er allgemeine, strukturelle Ressourcen für
den Coachingprozess zur Verfügung, übt und trainiert
diese aber nicht im Sinne einer situativen Anwendungskompetenz.
Ein Coach verwendet zur Hypothesenbildung Modelle, Theorien,
Axiomatiken, die wissenschaftlich überprüfbar sind.
Ein Coach übt Coaching nicht aus, wenn er selbst in psychotherapeutischer
Behandlung ist und / oder mit starken Medikamenten behandelt
wird, die seine Selbststeuerung beeinflussen.
Ein Coaching erfolgt auf einer rechtswirksamen vertraglichen
und für alle Vertragspartner verständlichen Grundlage.
Diese Grundlage regelt neben Vergütung und zeitlichen
Aspekten insbesondere Aussagen zur Vertragsdurchführung
und –beendigung.
Verschwiegenheit und Datenschutz bedeutet, die damit verbundenen
Maßgaben (und Erwartungen) einzuhalten. Der Coach wahrt
die Vertraulichkeit aller Informationen aus dem Coaching und
im Zusammenhang mit dem Coaching. Es bedeutet insbesondere,
vertrauensvoll mit Informationen der zu coachenden Person
und des Auftraggebers umzugehen, sowie sich nicht rechtsmissbräuchlich
im Wettbewerb zu verhalten. Die in diesem Zusammenhang relevanten
Gesetze sind zu kennen und zu beachten.
Von der zu coachenden Person anvertraute Informationen unterliegen
absoluter Vertraulichkeit und Stillschweigen sofern keine
Zustimmung durch die zu coachende Person erfolgt ist oder
anderweitig gesetzliche Verpflichtungen zur Offenlegung vorliegen
(e.g. Bekanntwerden
einer Straftat).
Transparenz bedeutet, den Grundsatz der Nachvollziehbarkeit
zu wahren.
Der Coach achtet darauf, dass der Coachee das Verfahren und
die jeweiligen Aufgaben verstanden hat. Das beinhaltet sowohl
die Darstellung der eigenen Qualifikation, Spezialisierung
und Erfahrung als auch eine aufrichtige Auskunft zu den Grenzen
der eigenen Kompetenz . Es bedeutet insbesondere jegliche
Handlungen zu unterlassen, die dem Ansehen professioneller
Kollegen in der Öffentlichkeit Schaden zufügen oder
zufügen könnten.
Der Coach achtet darauf, dass die Bedingungen des Coachings
vor
Beginn wahrgenommen und verstanden werden konnten.
Die zu coachende Person wird aufrichtig über Möglichkeiten
und Grenzen des beabsichtigten Coachings informiert. Wenn
Auftraggeber und coachende Person nicht identisch sind, ist
auch der Auftraggeber zu informieren. Es werden weder direkt
noch indirekt Ergebnisse versprochen.
Ein Coach kann auf professionelle, ehrliche und redliche Art
und Weise seine Tätigkeit bekannt machen.
Namen seiner Coachees als Referenz verwendet ein Coach nur
dann, wenn eine ausdrückliche (schriftliche) Zustimmung
vorliegt.
Die Ethik der Hamburger
Schule ist in hohem Maße in die Ethik des Deutschen
Verbandes für Coaching und Training (dvct) e.V. eingeflossen.
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